In diesem Beitrag stellen wir Ihnen die jährlich wiederkehrenden Ausrückungen vor:
- Hauptrapport
- Ostergrabwache
- Fronleichnam
- Schützenschnurschießen
- Allerheiligen
1. Hauptrapport
Der Hauptrapport findet jedes Jahr innerhalb 6 Wochen vor Ostern statt. Für die aktiven Mitglieder besteht Uniformpflicht. Unterstützende Mitglieder haben das Recht einer beratenden Stimme.
Aufgaben des Hauptrapports:
- Entgegennahme des Rechenschaftsberichtes und des Berichts über den Rechnungsabschluss
- Entgegennahme des Berichtes der Kassenprüfer
- Erteilung der Entlastung des Vereinsausschusses
- Wahl der Mitglieder des Vorstandes und der Funktionsträger sowie deren Stellvertreter (für die Dauer von 4 Jahren)
- Wahl der Offiziere
- Wahl der Rechnungsprüfer
- Festsetzung des Mitgliedsbeitrages für das nächste Jahr
- Statutenänderung und Erlassung von Geschäftsordnungen
- Beratung und Beschlussfassung über die vom Vereinsvorstand und Vereinsausschuss vorgelegten bzw. von den einzelnen Mitgliedern eingebrachten Anträge
- Beratung über eine eventuelle Auflösung des Vereines.
Neben den statutenmäßigen Aufgaben werden in einem Tagesordnungspunkt Beförderungen, Ehrungen und Verleihungen von Auszeichnungen (z.B. Oberst Schick Orden) vorgenommen.
2) Ostergrabwache (Karfreitag und Karsamstag)

Die Tradition der Ostergrabwache ist seit dem Mittelalter (15. Jh.) bekannt. Die katholische Bevölkerung musste ihre Umzüge und Bräuche mit Waffengewalt vor heidnischen, hussitischen und protestantischen Übergriffen und Ausschreitungen schützen. Besonders in der Zeit der Gegenreformation (Beginn 17. Jh.) erreichte die Ostergrabwache ihren Höhepunkt. Damals wurden die Bürger von der Obrigkeit (der Landesfürst konnte den Glauben seiner Untertanen bestimmen) dazu angehalten, die katholischen (Weihnachten, Ostern, Fronleichnam, Allerheiligen, u.a.) Bräuche zu schützen.
Das blieb im Wesentlichen bis zum 1. Weltkrieg so.
Bis dahin waren alle Bürgergarden Teil der k.k. Armee.
Nach 1918 bestand die Bürgergarde nur mehr als Verein weiter.
Die Tradition der Ostergrabwache blieb in Bad Leonfelden erhalten.
Seit der Wiedererrichtung 1998 wird die Grabwache wieder jedes Jahr abgehalten.
Im Mittelalter war es üblich, dass die Ausrückenden von den zu Hause gebliebenen Bürgern mit Verpflegung, Gaben und Geschenken im Wachlokal versorgt wurden, um damit ihre Verbundenheit auszudrücken.
Die Ostergrabwache des Bürgerschützenkorps Bad Leonfelden wird als Pflege des alten Brauchtums jedes Jahr am Karfreitag und Karsamstag vor dem Heiligen Grab in der Pfarrkirche aufgeführt.
Die Grabwache beginnt am Karfreitag um 15:00 Uhr mit dem Aufmarsch und der Präsentation „Zum Gebet“ vor dem Wachlokal (Rathaus). Anschließend wird das Wachlokal im Stadtamt eingerichtet und der Schnorrposten vor dem Wachlokal vergattert.
Von 16:30 bis 18:00 Uhr halten zwei Gardisten je eine halbe Stunde Grabwache. Die halbstündigen Wachablösen haben sich mittlerweile zu einem attraktiven Fotomotiv in der Kurstadt entwickelt.
Am Karsamstag beginnt die Wache um 08:00 Uhr.
Im Rahmen der Meldung des Endes der Grabwache um 13:00 Uhr an den Protektor des Bürgerschützenkorps (Bürgermeister) finden Auszeichnungen und Angelobungen statt.
Im Wachlokal wird ein Wachbuch geführt, indem sämtliche Daten noch handschriftlich erfasst werden. Dazu werden auch alle Gäste eingeladen sich einzutragen.
3) Fronleichnam
Das Datum des Fronleichnamsfestes wird nach der Osterformel des beweglichen Osterfestes berechnet. Neben zahlreichen anderen Vereinen der Stadt rückt auch zu diesem Hochfest der katholischen Kirche das Bürgerschützenkorps mit der Fahne aus.
Beim letzten von 4 Altären wird ein Salut abgefeuert.
4) Schützenschnurschießen (üblicherweise letztes Augustwochenende)
Seit Bestehen des Vereines findet in der Dürnau das traditionelle Schützenschnurschießen statt. Auf dem Anwesen des 2014 verstorbenen Gründungsmitgliedes und langjährigen Schriftführers Ernst Woisetschläger messen sich nicht nur aktive Mitglieder im Kleinkalibergewehrschießen. In den Jahren wurde die Anlage ständig erweitert und wir können nun witterungsunabhängig mittlerweile an einem Wochenende über 70 Schützen begrüßen. DieTeilnahme ist für Jedermann ab 18 Jahren möglich. Wir würden uns auch über Gruppen, Firmen, Vereine, etc. freuen. Bei Bedarf werten wir auch eine interne Klassenwertung aus.
Modus: Geschossen wird mit Kleinkalibergewehr mit Zielfernrohr, 1,5 facher Vergrößerung und Zielstachel.
Es gilt aus einer Entfernung von 100 m aufgelegt und angestrichen 3 Schuss/Serie eine 10er Ringscheibe zu treffen. Es gibt keine Serienbegrenzung. Bei Ringgleichheit entscheidet jeweils die Deckserie.
Goldene Schützenschnur:
Für aktive Mitglieder gibt es die Wertung der goldenen Schützenschnur. Voraussetzung ist dabei ein Ergebnis von 29 Ringen. Die goldene Schützenschnur kann nur einmal gewonnen werden und der Träger behält diese für das gesamte Vereinsleben. Unabhängig davon gibt es unter den aktiven Mitglieder eine Klassenwertung für den Gesamtsieg.
Schützenschnur? – Goldene Schützenschnur?
Das Aussehen der Uniformen der verschiedenen Garden ist zum Teil selbst entworfen oder an traditionelle Verbände angelehnt. Ebenso die Schützenschnur, die üblicherweise für hervorragende Schießleistungen verliehen wird. So auch beim Bürgerschützenkorps Bad Leonfelden. Die „rote“ Schützenschnur ist Teil des Grundbestandes der Uniform und wird mit einem Ende an der linken Schulterspange und mit dem anderen Ende am 2. rechten Knopf von oben getragen. Dem Gewinner des „Schützenschnurschießens“ wird die rote Schützenschnur für die „Goldene Schützenschnur“ ersetzt. Achten Sie doch bei unserer nächsten Ausrückung auf dieses Detail.

Jahr | Schützenschnursieger |
1999 | Traxler Josef |
2000 | Rehberger Karl |
2001 | Weixelbaumer Alfred |
2002 | Stürzl Karl |
2003 | Fröhlich Raimund |
2004 | Fierlinger Kurt |
2005 | Enzenhofer Stefan |
2006 | Danner Michael |
2007 | Hochreither Manfred |
2008 | Koll Manfred |
2009 | Madlmair Christoph |
2010 | Altmüller Hermann |
2011 | Reingruber Gregor |
2012 | Huber Peter |
2013 | Entfall wegen Landesgardefest |
2014 | Niedermayr Stefan |
| 2015 | Hofer Martin |
| 2016 | Hametinger Philipp |
| 2017 | Altmüller Andreas |
| 2018 | Reisinger Erich |
| 2019 | – |
| 2020 | Entfall wegen Corona-Lockdown |
| 2021 | Gattringer Patrick |
2022 –
5) Allerheiligen (1. November)
Auch wenn nach der christlichen Lehre zu Allerheiligen aller Heiligen gedacht wird, so hat sich doch hierzulande eingebürgert, dass eigentlich Allerseelen den 1. November für sich eingenommen hat.
So auch beim Bürgerschützenkorps. Die gesamte Mannschaft marschiert mit Musik und Kameradschaftsbund zur Friedhofsmauer, Ecke Ringstraße – Weinzierler Straße, beim Promenadenpark und legt beim dortigen Gedenkstein einen Kranz nieder.
Anschließend führt die Musik die beiden Traditionsverbände zum Kriegerdenkmal bei der Pfarrkirche. Das Gedenken umfasst die Ansprache des Bürgermeisters der Stadtgemeinde Bad Leonfelden und endet mit dem Segen des Herrn Pfarrers.



Bgm Thomas Wolfesberger Protektor
DER VEREIN
Der Verein Das Bürgerschützenkorps Bad Leonfelden wurde auf Initiative von Stefan Enzenhofer am 02. Juli 1996 rekonstitutioniert. Das Korps ist überparteilich und gemeinnützig ausgerichtet. Protektor ist der Bürgermeister der Stadtgemeinde Bad Leonfelden. Aufgaben des Korps: Erhaltung und Pflege der geschichtlichen Tradition Erweckung und Erhaltung der Liebe zur Heimatgemeinde, sowie loyale Treue zum Vaterland. Erhaltung, Pflege und Förderung der Volkskultur. Verschönerung von staatlichen, kirchlichen und anderen Feiern und Festen. Pflege der Kameradschaft Vereinsvorstand: Obmann: Ltn. Michael Danner Stellvertreter: Fähnrich Karl Reisinger Schriftführer: Fw. Martin Petermüller Kassier: Rupert Tumfart Kommandant: Ltn.Karl Rehberger
DIE FAHNE
Das Grundkonzept der Fahne des Bürgerschützenkorps stammt aus der Zeit der Markterhebung Leonfeldens.
1882 wurde das Korps privilegiert den Reichsadler auf der Fahne zu führen.
1890 wurde die neue Fahne geweiht.
Sie hat ein hellgoldenes Fahnentuch, das mit einem schwarzen Flammenband begrenzt ist.
Auf der Vorderseite befindet sich eine abgewandelte Form des Marktwappens mit der Aufschrift „Bürger-Schützen-Korps des Marktes Leonfelden“, auf der Rückseite ist der Reichsadler aufgestickt.
Fahnenmutter war die Fürstin Sophie von Starhemberg, von der auch das Fahnenband gestiftet wurde.
Nach der Auflösung des Korps 1938 sollte diese Fahne vernichtet werden.
Sie wurde aber durch die Aufmerksamkeit einer Bürgerin gerettet und nach dem 2. Weltkrieg im Pfarrhof aufbewahrt.
Nach der Rekonstitutionierung am 2. Juli 1996 wurde sie wieder zur Korpsfahne des Bürgerschützenkorps.
Da die Beanspruchung durch die vielen Ausrückungen für diese historische Kostbarkeit zu hoch wurde, ist es notwendig geworden eine neue Fahne anzuschaffen.
Die Gestaltung der Fahne und des Fahnenbandes orientiert sich an der historischen Fahne und wurde nur durch kleine Abänderungen angepasst.
Als Fahnenmutter setzt die Fürstin Nadejda von Starhemberg die traditionelle Verbindung des Korps zum Hause Starhemberg fort.
Die Fahnenweihe fand am 15. Oktober 2000 in Bad Leonfelden statt.
Bürgerschützenkorps einst und heute
Bürgerschützenkorps einst
| 1146 | Leonfelden wurde erstmals urkundlich erwähnt |
Um 1235 | formierte sich eine Bürgerwehr |
| 1470 | Der Markt wurde Teil einer Befestigungslinie gegen Böhmen; eine Befestigungsmauer wurde errichtet |
| Die Bürgerwehr wurde für die Verteidigung des Marktes zuständig | |
| 1529 | Verteidigung gegen türkische Horden |
| 1611 | Verteidigung gegen das Passauer Kriegsvolk |
| 1626 | Bauernaufstand |
| 1635 | Einfälle der Schweden |
| Um 1750 | Umwandlung des Korps in ein Paradekorps und Gründung eines Musikzuges |
| Ab 1809 | Das Korps übernahm den örtlichen Sicherheitsdienst |
| 1882 | Das Korps wurde privilegiert den Reichsadler auf der Fahne zu tragen |
| Das Korps hatte 82 Mitglieder | |
| 1890 | wurde die neue Fahne geweiht. Fahnenmutter war die Fürstin Sophie von Starhemberg |
| Während des ersten Weltkrieges wurden die Aktivitäten des Korps eingestellt und erst 1932 wieder aufgenommen | |
| 1933 | Das Korps trat dem Reichsverband der Bürger- und Schützenkorps bei |
| 1935 | 700jähriges Bestandsfest in Leonfelden |
| 1938 | Das Korps wurde durch das NS-Regime aufgelöst |
Bürgerschützenkorps heute
2015 hat das Korps 45 aktive Mitglieder.
4 Offiziere
1 Fähnrich
28 Gewehrträger
6 Säbelträger
6 Marketenderinnen
Fotogalerie










